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Sulzfelder Bildstock

Details

 

 

Ruhebanklegende plus minus

 

Zeichnung RuhebankEin führender Quacksalber kam auch einmal nach Sulzfeld. Er hatte für alle Gebrechen etwas in seinem Angebot. Er schwatzte Jedem etwas auf, ob es Linderung und Heilung brachte, stellte sich erst heraus, als er wieder fort war. Der Sulzfelder Hafner hat für seine Hände eine Salbe beim Quacksalber gekauft. Dabei klagte der Hafner, dass er seine Gefäße nicht mehr in der hergestellten Menge in Sulzfeld an den Mann bzw. an die Frau bringen kann. Der Quacksalber hat ihm daraufhin den Tipp gegeben, er solle seine !rdenwaren in Knittlingen verkaufen, denn dort verläuft eine sehr stark frequentierte freie und öffentliche Fernstraße von Stuttgart zum Rhein. Da seien auch viele Reisende unterwegs, die mit Sicherheit seine sotiden Töpfereiartikel gebrauchten könnten. Über diesen Tipp hat sich der Hafner sehr gefreut und gab dem Quacksaiber als Dankeschön einige Gefäße, die er brauchen konnte. Acht Tage später ging er mit einem Weidenkorn voller Krüge, Häfen, Schüsseln und Bechern auf seinem Rücken tragend nach Knittlingen los. Oberhalb der Kümbacher HOhl an der Ruhebank machte er seinen ersten Halt, denn er war ein gewissenhafter Mensch und wollte genau wissen, wann er zurückkommt, wie viele Gefäße er verkauft hatte. Heute würde man Buchführung dazu sagen. Deshalb hatte er for jedes Gefäß an der Stimseite der Ruhebank mit einem Stahtsstickel eine senkrechte Ritze eingeritzt, um dann bei der Rückkehr für die übrigen Gefäße einen waagrechten Strich aber den senkrechten zu ritzen. So konnte er genau sehen, wie viele Gefäße er verkauft hatte. Die Ritzen, welche keinen Querritzen haËen, waren die übriggebliebenen Gefäße. Danach packte der Hafner alle seine Gefäße wieder in den Weidenkorbrucksack und ging wie folgt nach Knittlingen:

Dem heutigen Weg nach Kürnbach weiter folgend über das Gewann Assenbach die Steige hinunter. Bei der Kürnbacher Linde ging er rechts an Kürnbach vorrbei, dem Humsterbach entlang Richtung Sickingen bis zur Humstermühle mit kurzem Stopp an der dort ebenfalls aufgestellten Ruhebank. Danach ging er links am Gewann Mühlrain vorbei über den Gaißberg, den Kraichbach überquerend zur Ölmühle mit Stopp an der Ruhebank. Dann rechts am Hagenrain vorbei dem Kraichbach entlang über den Scherzig, rechts am Derdinger Horn vorbei zum Büschleshof mit längerer Rast an der Ruhebank. Danach rechts ab, dem Bernhardsbach folgend bis zum

Altenhof mit letzten Stopp an der Ruhebank. Vor Knittlingen der Weisach entlang bis zum Zentrum von Knittlingen.

In der Marktstraße stellte er sich beim oberen Tor an eine Wandnische, denn dort musste er keine Standgebühr bezahlen. Seine kleineren Gefäße waren schneller verkauft als die größeren, weil die Reisenden nicht soviel Stauraum hatten. Zwei Stunden vor Einbruch der Dunkelheit machte er sich wieder auf den Rückweg, denn für die neun Kilometer brauchte er etwa eineinhalb Stunden. An der Sulzfelder Ruhebank angekommen, legte er seine nicht verkauften Gefäße auf die Ruhebank und machte für die noch vorhandenen Gefäße, wie vorher geplant, einen Querstrich auf den senkrechten Strich. Jetzt konnte er genau abzählen, wie viele Gefäße er verkauft hatte. Zu Hause angekommen empfing ihn seine Frau voller Erwartung, wie viele Gefäße er verkauft hat. Es waren laut seiner exakten Buchführung an der Ruhebank 15 Gefäße. Um diese Menge in Sulzfeid zu verkaufen, hätte er ein Jahr gebraucht.

 


RSS Icon Kommentare (2)

  • J. Riedinger
    Klaus Maier schrieb:

    Respekt für die intensive Recherche und die ausführlichen Beschreibungen.
    Zu Beachten sei, dass das Metrische System in Baden erst 1810 eingeführt wurde. Unter diesem Aspekt wäre die Bemaßung zu überdenken. Auch über die Zusammenhänge mit dem christlichen Glauben als Grund für das Entstehen des Bildstocks könnte spekuliert werden.

    Hinweis:
    Dieser Kommentar wurde wegen eines Datenbankfehlers sinngemäß wiederhergestellt.
  • Karl Ege
    I apologize since I do not speak or write German fluently. My great-great grandfather, David Marcus Ege was born in Sulzfeld in 1832. His son, my great-grandfather, Karl Ege, was born in Karlsruhe on October 10, 1861. He ultimately emigrated to the United States and settled in New York City. I would like to know if any other members of the Ege family remain in Sulzfeld. My great-great-great grandfather was Johann Marcus Ege, born in Sulzfeld in 1794, and my great-great-great-great grandfather was Johannes Ege, was born in Sulzfeld in 1766. Other family members who were born in Sulzfeld include my great-great-great grandmother, Catarina Margarita Mai (wife of Johann Marcus Ege), born in Sulzfeld in 1796, and my great-great-great-great grandmother, Sophia Mohr (wife of Johannes Ege), born in Sulzfeld in 1768). Many years ago I visited Sulzfeld and enjoyed a fine glass of wine at Schloss Ravensburg. It is a beautiful village and I hope to return someday. Again, I apologize for writing in English. Best wishes. Karl Ege

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