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40 historische Sulzfelder Gebäude und ihre Besonderheiten

Details

Bereich III

Oberes Dorf vom Herz von Sulzfeld bis zum Amalienhof

  1. Bis in das 16. Jahrhundert war der Marktplatz westlich der Hauptstraße, gegenüber der Kirche, zwischen dem Haus May und der Metzgerei Guggolz (Krone) und zog sich bis zum quer stehenden Kelterhaus, heute Fritsche.

  2. 3001000comp fachwerk 29100010001000Das älteste Fachwerkhaus am alten Marktplatz , Hauptstraße 35 wurde 1525 von den Göler als Jagdhaus erbaut. 1778 wurde das Erdgeschoss im Barockstil, vermutlich von Johann Bernhard III G.v.R., umgebaut.

    300comp k schutzengel10001000Der Türsturz zeigt einen Schutzengel, welcher die schlechten Geister durch seinen aufgeblasenen
    Gesichtsausdruck versucht wegzublasen.



              Das einzige Fachwerkhaus im
              Kraichgau
              mit Barock-Erdgeschoß




  3. 300kronewm 301000Die Krone wurde 1617 von den Gölern als erste Sulzfelder Schankwirtschaft erbaut. Das traditionsreiche Gasthaus ist immer der Zeit entsprechend umgebaut worden. Der weit auskragende nördliche Oberstock wird durch den  "Kronenwärtsmann", mit Bauch, großen Augen und Schnurrbart gestützt.




    Der „Kronenwärtsmann“






  4. Auf dem Platz der Diakonie, Kronenstraße 1, sind drei Schulhäuser bekannt.
    Das erste muss 1650, das zweite 1747 und das dritte 1836 erbaut worden sein.
    Das letzte beherbergt heute die Diakonie.

  5. 300comp barock kellert  3210001000Das versteckte Haus Fritsche, Hauptstr. 39, wurde 1550 von den Gölern als erstes Kelterhaus im Ort erbaut. Durch die vielen Umbauten findet man Renaissance- Barock- und klassizistisch vermischte Baustile am Gebäude. Der gewölbte Keller mit seiner Barocktüre und die noch vorhandenen Balken bezeugen den Ursprung als Kelterhaus.



    Barockartige Kellertüre zum Weinlager der
    Gölerschen ersten Kelter im Ort

     

  6. Die ev. Kirche wurde 1885 im neuromanischen Stil erbaut. Die Vorgänger Kirche wurde 1441 erbaut. Der Kirchturm muss schon 1260, mit einem hölzernen Kirchenbau, von den Gölern als Eigenkirche erbaut worden sein. Die Kirche besitzt 13 kunstvolle Göler Epitaphien, die eine Besonderheit darstellen.

  7. 300comp portal west-rent 3410001000Das Rentamt, das Mittlere- oder Pforzheimer Schloß, ist ein und das selbe.
    Es wurde im 8. Jahrhundert als Fränkische Tiefburg erbaut. Seine Hauptstraßen-Front wurde 1609 von Engelhard I G.v.R. Erbaut. Er lies das kunstvolle Renaissance-Portal errichten. In dessen bekrönenden Kartuschen-Tafel steht in Latein der Spruch: „Wer auch immer mich schädigt: Der Herr wird mein Rächer sein.“ Darunter die Wappen von Mentzingen und Göler.

    Zwei Gesamtansichten des Mittleren Schloß-Portals.
    Zwischen dem linken Bild von 1958 und dem rechten Bild vom Juli 2012 sind an dem rundbogigen Portalgewand-Übergängen die dekorativen, mittelalterlichen Flachornamente auf beiden Seiten durch Autoabgase und Witterungseinflüsse abgeplatzt.

    Die beiden Allianzwappen im Zwischenteil des Portals, mit dem linken derer von Mentzingen und dem rechten derer von Göler, sind bestimmt aus dem härtesten Sulzfelder Kosak-Sandstein gemeißelt, weshalb diese noch fast keine Beschädigungen aufweisen.

    300comp inschrift 3410001000Detail-Ansicht  der bekrönenden Kartuschentafel
    über dem Mittleren-Schloß-Portal.

    Diese Inschrift lautet:

    QUISQUIS ME LAESERIT
    DOMINUS ULTOR ERIT
    ENGELHARD GÖLER VON RABEN-
    SPURG ANNA MARIA GÖLERIN
    VON RABENSPURG GEBOR-
    ENE VON MENTZINGEN
    1609




    Die ersten beiden Zeilen des Lateinischen Spruchs
    lauten, übersetzt in die Deutsche Sprache:

    „WER AUCH IMMER MICH SCHÄDIGT
    DER HERR WIRD MEIN RÄCHER SEIN“

     

  8. Das erste Feuerwehr-Spritzenhaus steht in der Bachstraße, gegenüber dem Dreiseitenhof Herrmann Mehl.

  9. Der ehem. Bauernhof Herrmann Mehl, Bachstr. 22, ist der einzige Sulzfelder Dreiseitenhof mit links dem Wohnhaus, rechts der Scheune und hinten die Ställe. Wegen der Nähe zum Unteren Schloß steht die Scheune bestimmt auf Grundmauern der ehemaligen Tiefburg aus dem 8. Jahrhundert.

  10. 1835 wurde die erste „Kleinkinderbewahr-Anstalt“ in der Bachstraße 38, erbaut.

  11. Die Bäckerei Krauß wurde vom ersten Hausbäck, dem Bürgermeister Johann Hausmann, 1850 erbaut.

  12. Das Haus Götter, Hauptstr. 52, wurde 1803 von den Gölern als Ausweich-Wohnung erbaut. Von 1936 – 1968 war im linken Untergeschoß, durch eine Außentreppe erreichbar, der Konsum untergebracht. Im rechten, hofseitigen Erdgeschoßraum hatte das original Oskar Schiek die erste Sulzfelder Fahrradwerkstatt.

  13. Das typisch Fränkische Bauernhaus, Hauptstr. 29 wurde 1852 vom sogenannten Schloß-Frank erbaut. Die Einfahrt verläuft, durch Rundbögen und original Sandstein-Bodenplatten, mitten durchs Haus zu den Ökonomie-Gebäuden.

  14. 300comp ren kell tuer 4110001000Die älteste Fachwerkscheune mit Renaissance-Kellertüre wurde ohne die Göler 1536 in der Hinterenstr. 37 erbaut.



    Renaissanceartige Kellertüre unter der ältesten

    Sulzfelder Fachwerkscheune




  15. Das Anwesen der Puppenstube Riel war ein typ. Kleinbauernhaus vom 19. Jahrhundert mit Plumsklo und Schweineställen

  16. Für den Aufbau des Amalienhof, auch oberes Schloß genannt, benötigten die Göler von 1573 bis 1806. Benjamin G.v.R. als Vollender gab zu Ehren seiner Frau Amalie den Namen dazu. (Über den Amalienhof gibt es eine gesonderte Abhandlung)



    3001000comp portal amal 43100010001000
    Auf der Kartuschentafel über dem
    Südportal vom Amalienhof steht folgender Spruch:

     

    Dieses Hausteil wurde durch C.F.A.
    Viktor Freiherr Göler von Ravensburg
    erbaut im Jahre des Herrn 1852

    Wer beharret bis
    ans Ende wird
    die Krone des
    ewigen Lebens
    erhalten
         Ist Gott für
    mich wer mag
    wider mich sein
    Dies ist mein
    Trost alle Zeit



     

Text: Manfred Himmel   -   Bilder: Manfred Himmel, H. Dinkel
Sulzfeld, Juli 2012

 

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