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Zeitreise zu den ehemaligen Ravensburg Bauten

Details

Das Haus des „Dicken Herrn“ und seine bewegte Vergangenheit

 

1725 wohnte Johann Friedrich II Göler von Ravensburg  (132e), genannt: der „Dicke Herr“ in dem über 300 Jahre alten Haus links vom Turm. Von diesem Haus sind einige der längsten Besitz- und Bauzusammenhänge auf der Ravensburg nachweisbar:

1486 erbaute auf diesem Platz Georg I sein Ritterschloss. ( Beschr.Nr 6.)
1536 erweiterte Bernhard I es zum längsten Haus auf der Burg. (Nr. 10)
1554 erbte der baubesessene Bernhard II (21) das Haus von seinem Onkel Bernhard I.
1561 war der ebenfalls baubesessene Hans III (27) mit seinem Bruder Mitbesitzer des Hauses.
1601 erbte Hans Friedrich, der Erbauer des Palas, und wohnte darin bis zur Fertigstellung des Palas.
1631 wurde Johann Bernhard I (30) Besitzer und schrieb darin die zweite Chronik der Göler.
1679 erbte Johann Bernhard II (31) das Haus und zeugte mit Maria von Sternenfels 10 Kinder darin.
1701 wurde Ludwig Ferdinand (132), der Streitbare Vater vom „Dicken Herrn“ Eigentümer des Hauses.
1725 bekam schließlich Johann Friedrich II der „Dicke Herr“ das Haus überschrieben.

1807 hat der Erbnachfolger Benjamin Göler von Ravensburg (200) das fast zusammengefallene Haus des „Dicken Herrn“ abgetragen. Er verwendete die Steine zum Bau der Ökonomiegebäude im Amalienhof. Bestimmt sind auch die Reste der Eingangsportale dort zu finden. Außer Georg I 1486, Ludwig Ferdinand1701 und Johann Friedrich II 1725, haben alle anderen Besitzer das Haus nach ihren jeweiligen Bedürfnissen umgebaut. Sie benutzten dieses Haus meist nur als Übergangswohnung, bis ihre jeweiligen Domizile fertiggestellt waren.
Natürlich hat in diesen 321 Jahren jeder Besitzer, dem Zeitgeist und dem jeweiligen Baustil entsprechend, seinen Stempel aufgedrückt. Dadurch entstand an diesem Gebäude ein Sammelsurium an verschiedenen Baustilen. Deshalb ist es keiner Epoche zuzuordnen.
Als 1765 der „Dicke Herr“ ledigen Standes starb, hatte das Haus trotzdem einen Spätbarockstil-Charakter. Im rechten, ältesten Teil des Hauses von 1486 war der gotische Eingang von Georg I immer noch bruchstückhaft erhalten. In diesem alten Hausteil wohnten vermutlich schon seit 1536 die Bediensteten der jeweiligen Besitzer.

 

 

 

 

Deshalb wurde hier fast nichts renoviert. Dahingegen wurde der Barockstil-Eingang zum Haupthaus immer renoviert.

Der Gewölbekeller war naturgemäß wichtig, wurde immer modernisiert und mit neuen Türen versehen.

RSS Icon Kommentare (1)

  • J. Riedinger
    Wolf von Göler schrieb:

    Danke für diese fundierte Abhandlung!

    Hinweis:
    Dieser Kommentar wurde wegen eines Datenbankfehlers sinngemäß wiederhergestellt.

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