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Sandsteine, Steinbrüche und Steinhauer

Details

 

Steine für das Kriegerdenkmal 1914 / 1918

Als letztes bedeutendes Objekt wurden die Steine für das Kriegerdenkmal 1914/1918 aus dem
Jägerfritz-Steinbruch entnommen. Der Aufbau dieses Denkmals, welche unter der Federführung
des Militärvereins und des Artillerieverbundes stand, wurde am 20. November 1934 auf dem
abgetretenen Gelände der Brauerei Weigert in der Hauptstraße, Ecke Bahnhofstraße eingeweiht,
Der Grund und Boden des Jägerfritz-Steinbruches gehörte der evangelischen Kirche, welche die
Entnahme für die erforderlichen Steine kostenfrei zur Verfügung stellte. Das günstige Spätjahrwetter im
Jahre 1934 hat dazu beigetragen dass das gewaltige Objekt zur Einweihung termingerecht fertig wurde.
So wurden die Steine von erwerbslosen Wohlfahrtsempfängern gebrochen. Diese Beschäftigung hat
schon im Anfangsstadium sowie beim Aufbau wirtschaftsbelebende Auswirkungen gehabt. Durch die
örtliche Bauleitung von Steinhauermeister Fritz Maler in Zusammenarbeit mit dem Eppinger Architekt Faller
sowie dem Denkmalausschuss und der Gemeindeverwaltung wuchs das Ehren- und Mahnmal schnell aus
der Planung heraus und strebte seiner Vollendung entgegen.
Die architektonische Form dieses Mahnmals stellte im Grundriss und der Umfassungsmauern die Form eines
liegenden Stahlhelms dar. Diese Mauer war 2,70 m hoch und trug in der inneren Mauerfläche sechs
symmetrisch aufgestellte Ehrentafeln. Die im selben Abstand angebrachten Tafeln trugen die Namen der
128 Gefallenen, Vermissten und den an ihren Kriegsleiden Verstorbenen. Die Gesamtlänge der
Umfassungsmauer betrug 14 m bei einer Tiefe von 5 m.
Als altdeutsches Mauerwerk mit so genannten Bossenquadestein war die Umfassungsmauer aufgebaut.
Der vorzüglich sprechende Ausdruck des verwendeten gelben Sulzfelder Sandsteins zeigte sich wieder
einmal als gelungenes Konzept. Dieser erwähnte „sprechende Ausdruck" wurde vor allem in der 10 m hohen
Prismensäule dargestellt, welche aus glatten Sandsteinquadern nach oben verjüngend aufgeführt wurde und
mit einem Steinkreuz in Form des „Eisernen Kreuzes" abschloss. Die schlichte Säule ohne Dekoration, Schnörkel
oder Verzierung trug einzig in der dem Betrachter zugewandten Seite die Inschrift:

Unseren

Helden

1914 - 1918.

Es war wohl der Verzicht auf jeglichen Schmuck der blanken, nackten Säule, welche den kalten
Atem einer tiefgefrorenen Mahnung vermittelte.

 

RSS Icon Kommentare (2)

  • Gottfried Eigenmann, CH4106 THERWIL, Schweiz
    Auf der Suche nach Info zu Sulzfelder Steinbrüchen und Steinmetzen um das Jahr 1900 (+-) bin ich auf Ihren Artikel gestossen. Mein Vater, der in Sulzfeld aufwuchs, arbeitete zu dieser Zeit in einem dieser Steinbrüche und wanderte um 1900 - 1913 in die Schweiz aus. Es gibt dürftige Hinweise, dass er auch in Basel am Münster arbeitete. Gibt es weitere Hinweise, die das in mehr Detail beleuchten würden. Ich habe vor einigen Jahren eine Zusammenstellung der EIGENMANN Familien im Kraichgau verfasst. Eine kurze Antwort zu meiner Frage würde mich sehr freuen. Freundliche Grüsse - Godi Eigenmann, Therwil, Schweiz
  • Nikolai Wandruszka
    Meine beiden Urgroßväter hatten hiermit zu tun: Christian Pfefferle (1885-1932) war Steinbrecher, ere wohnte anfangs "bei Straub im 2. Stock neben dem Gasthof Engel in der Hauptstraße zur Miete. Sein anfänglicher Besitz (1891) bestand in einem Acker und einer Ziege. Am 7.4.1897 erwirbt er von Wilhelm Wolfmüller das Grundstück nr.340 (Hofraite im Ortsetter von 7 a 74 qm) und den 2. Stock des Wohnhauses nr.152 mit gewölbtem Keller unter dem Balkenkeller, samt Scheuer mit Stall sowie die zwei unteren Schweineställe in der Neuhöferstraße für 2800 Mark. Mit dem Kauf von zwei Äckern 1898 erfolgte die Erwerbung der ersten Kuh im selben Jahr. Am 9.1.1903 Verpflichtung zum Gemeinderat. Es folgten weitere Landerwerbungen und schließlich 1911 sein erstes Pferd. Im Februar 1920 konnte er schließlich den unteren Stock des Hauses in der Neuhöferstraße erwerben, wo seine Mutter dann lebte. Er hatte sich vom Steinbrecher zum besitzenden Landwirt hochgearbeitet. 6.6.1926 Teilnahme am 50jährigen Stiftungsfest des Militärvereins Sulzfeld". Der andere Urgroßvater Jakob Mehl (1857-1934), der "Brettemer Mehl" war Arbeiter am Tunnelbau (1870er Jahre), bevor er 11 Jahre als Kutscher und Hausdiener im Hotel Krone Post in Bretten arbeitete (Quelle:"Alt und lebenssatt" - Ahnenliste Mehl/Pfefferle (7.4.2019))

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